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Grundlagenwerkstatt 4

Grundlagenwerkstatt Lyrik Modul 4

 


Grundlagenwerkstatt - Lyrik

In der heutigen Lyrik scheint alles möglich - jedoch die Beliebigkeit täuscht. Das Gedicht als Medium der Selbstbestimmung und Einübung ins Befremdliche ("Gegensprache") verlangt eine geschärfte Wahrnehmung und eigene Formstrukturierung.Auf der einen Seite stehen der Reiz des Erfindens und das Vergnügen, was uns das Dichten bereitet - auf der anderen breitet sich ein ganzes Feld sprachlicher Ausdrucks- und Bedeutungsvarianten aus und wir landen bei der Feststellung von Oscar Wilde: „Gäbe es nicht ... die feststehenden Formen, wir wären alle dem Genie ausgeliefert."


Jan Wagner und andere raten jungen Lyrikern, sich durch die alten Formen an den freien Vers heran zu arbeiten, lyrische Formen regelrecht einzuüben, wie ein Musiker. Wenn aber jemand nun das Handwerkszeug der lyrischen Formen beherrscht und ein Gedicht schreibt, so entsteht wahrscheinlich noch keine Lyrik (zum Glück).
In der Romantik hieß es: „Schläft ein Lied in allen Dingen.“ Es kommt darauf an, die Dinge zu wecken, der Stoff selbst ist egal, wichtig ist, wie er dargeboten und gestaltet wird. „Vielleicht liegt nicht der geringste Reiz eines Gedichts in der Spannung zwischen der Form, die das Gedicht immer ist, und der inspirierenden Lust am Spiel und am spontanen Regelbruch, ohne die es nicht auskommen kann und will." (Jan Wagner)
Poesie ist eine Konzentrationsübung in einer Zeit, in der ein Ansturm vergänglicher Eindrücke uns benommen macht. Das Gedicht kann zur Rettung jener Genauigkeit beitragen, die der Sprache in Kommerz und Politik genommen wird.


Schreiberfahrung im Bereich der Lyrik ist erwünscht aber nicht Bedingung.

 

Modul 4, Textkritik

„Ob ein Gedicht gut oder schlecht wird, hängt wahrscheinlich nicht vom Gegenstand ab. Alles kann zum Gedicht werden, das macht diese Tätigkeit so reizvoll: Man ist Eklektizist (Stilmischer) im besten Sinne, kann alles aufgreifen, was man in der Zeitung liest oder was man erlebt, wenn man aufmerksam durch die Welt geht oder im Café Gesprächen lauscht. Ossip Mandelstam meinte einmal, die Grundtugend des Dichters sei das Staunen.“ (Jan Wagner)

Im Modul vier wird die Textkritik von vor Ort entstandenen und mitgebrachten Gedichten im Mittelpunkt stehen und wir werden versuchen, eingeübte Muster zu verstärken oder zu verbessern. Wir wollen uns verschiedene Themenbereiche an Hand von Beispielen vornehmen, und lernen was für ein zeitgemäßes Gedicht erforderlich sind. Die Themen werden entsprechend den Wünschen der Teilnehmer angepasst. Die Erfahrungen von anerkannten Dichtern sollen uns dabei als Vorbild dienen. Nur wenn man sich genügend Beispiele moderner Literatur angeeignet hat, kann man die Regeln verändern. Das scheint mir einer der wesentlichen Erkenntnisse zu sein, wie man gute Gedichte schreibt.

Das Modul versteht sich als Aufbau- und Abrundungsmodul der Grundlagenwerkstatt Lyrik. Quereinsteiger sollten sich mit drei bis fünf Gedichten bewerben (whaenle@wolfgang-haenle.de).

Dozent: Wolfgang Haenle

Termine:
7.04., 12.05., 23.06. und 21.07.2018, jeweils 11 bis 16 Uhr
Kosten: 280 € pro Person, Arbeit in der Minigruppe mit zwei bis drei Teilnehmer/innen.

Zeit: samstags, 11.00 - 16.00 Uhr, inklusive Pause
Ort: Stuttgart-Süd, Mozartstr. 30

Bei Buchung aller Grundlagen-Module 10% Ermäßigung auf den Gesamtbetrag.

 

Ort: Heusteig-Akademie Jutta Weber-Bock, Mozartstraße 30, 70180 Stuttgart

Rückfragen: Tel. 0711 714105 oder E-Mail: kontakt@heusteig-akademie.de
Anmeldung: kontakt@heusteig-akademie.de


 

 

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